Stadtteilaustausch #1 bringt Katernberg und Holsterhausen zusammen

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Der erste Stadtteilaustausch im Rahmen des Forschungsprojekts „Social Urban Emissions Trading Systems“ (SUETS) – Stadtteile stärken – Klima schützen – Gemeinsam handeln in Essen – hat am 24. Februar 2025 bei PACT Zollverein stattgefunden. Die Veranstaltung brachte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen und Initiativen aus Katernberg und Holsterhausen zusammen und bildete den ersten Schritt, die Zukunft der Stadtteile mitzugestalten sowie Maßnahmen für mehr soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zu entwickeln.

Das von der Volkswagen Stiftung geförderte transdisziplinäre Projekt SUETS wird von der Hochschule RheinMain geleitet und gemeinsam mit dem Wuppertal Institut und der Grünen Hauptstadt Agentur der Stadt Essen durchgeführt. Ziel ist es, ein lokales Emissionshandelssystem zu entwickeln, das nicht nur der Umwelt, sondern auch den Menschen in den Stadtteilen zugutekommt. SUETS ist dabei nicht zu verwechseln mit dem europäischen Emissionshandel. Es geht weniger um technische Fragen, sondern um konkrete Zugänge zum Klimaschutz und um Kooperation zwischen unterschiedlichen Quartieren. Engagement in lokalen Zusammenhängen soll für die beteiligten Akteure einen spürbaren Effekt haben.

 

Gemeinsam Projekte entwickeln

Wie können Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen? Was können Stadtteile voneinander lernen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Stadtteilaustauschs #1. Es wurde gemeinsam besprochen, welche nachhaltigen Projekte aus Holsterhausen in Katernberg funktionieren könnten und welche guten Ansätze aus Katernberg sich auf Holsterhausen übertragen lassen. In Diskussionsrunden wurden verschiedene Ansätze aus den beiden Stadtteilen vorgestellt und Potenziale für eine wechselseitige Zusammenarbeit ausgelotet. Die Teilnehmenden erarbeiteten zu Themen wie „Bildungs- und Kulturorte“, „Bewegung in der Stadt“, „Nachbarschaft und Zusammenleben“ sowie „Umwelt- und Klimawandelfolgen“ erste Ideen für eine Weiterentwicklung bestehender Projekte. Zudem konnten sie neue Projektideen einbringen, die ebenfalls weiterverfolgt werden sollen. Der Austausch bot die Möglichkeit, gemeinsam neue Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu finden.

Dirk von Bracht, fachlicher Leiter und Klimaschutzbeauftragter der Grünen Hauptstadt Agentur, zeigt sich begeistert: „Der Stadtteilaustausch hat gezeigt, dass gemeinsames Handeln ein Schlüssel zur nachhaltigen Stadtentwicklung ist. Die große Resonanz und das Engagement der Teilnehmenden bestätigen den Bedarf nach weiteren Austauschrunden und Workshops.“

Als Ort für künstlerische Forschung und gesellschaftlichen Dialog bot PACT Zollverein den idealen Rahmen für dieses zukunftsweisende Format und eine inspirierende Atmosphäre für kreativen Austausch und neue Kooperationen.

 

Neue Zugänge zur klimagerechten Stadt

Mit der Vision einer sozial gerechten Gestaltung des Klimaschutzes setzt das Projekt SUETS auf innovative Lösungsansätze: Durch quartiersübergreifende Kooperation und die Entwicklung klimabewusster „Handelsbeziehungen“ sollen Projekte unterstützt werden, die nachhaltige Initiativen und soziale Projekte in den beteiligten Stadtteilen stärken: „Der stadtteilübergreifende Austausch eröffnet neue Wege für eine klimagerechte Stadt. Besonders motivierend ist, dass die Bewohnerinnen und Bewohner über die Ausgestaltung des lokalen Emissionshandelssystems mitentscheiden können – so wird Nachhaltigkeit direkt erlebbar“, sagt Prof. Dr. Andreas Thiesen, Leiter des Projekts und Professor am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain. Ergänzend fügt Dr. Franziska Stelzer vom Wuppertal Institut hinzu: „Wir erforschen zudem, wie partizipative Methoden den sozialen Austausch zwischen Stadtteilen stärken können. Durch spielerische Diskussionsräume, in denen Menschen neue Perspektiven einnehmen, hinterfragen wir bestehende Strukturen und eröffnen neue Wege der Mitgestaltung.“

 

Nächste Schritte

Der Stadtteilaustausch #1 hat dazu eingeladen, sich aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Stadt zu beteiligen. Nach den Osterferien sollen gemeinsam mit Unternehmen, Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürgern konkrete Projekte in Austauschformaten und Workshops weiterentwickelt sowie in Zukunft zur Umsetzung gebracht werden. Die Termine werden in Kürze bekannt gegeben. Auch die Frage, wie ein quartiersübergreifender Handel konkret gestaltet werden kann, wird mit Unterstützung der Wissenschaft vor Ort beraten.