Mit mehr Frauenpower in ein spannendes Sommersemester
Am Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain, der in Rüsselsheim angesiedelt ist und an dem über 2500 angehende Ingenieurinnen und Ingenieure studieren, werden ständig neue Lehrinhalte in das Studienangebot integriert. Der Technologiestandort Deutschland ist angewiesen auf eine effiziente, gleichermaßen umfassende wie auch spezialisierende Ausbildung des Ingenieurnachwuchses.
Ohne die Halbleitertechnologie mit ihren ausgefeilten Methoden zur Herstellung kleinster Bauelemente, die zu Millionen auf fingernagelgroßen Chips integriert werden, ist die heutige Informations- und Computertechnologie nicht denkbar und auch die mittlerweile allgegenwärtige Künstliche Intelligenz hätte kein „Zuhause“. Im Bereich Angewandte Physik und Medizintechnik können Studierende deshalb schon traditionell mit den zur Fertigung dieser Chips notwendigen Verfahren Bekanntschaft schließen: In Unterrichtsveranstaltungen zu Mikrostrukturierung, Mikrosystemtechnik und Dünnschichttechnik sowie dazugehörigen Laborpraktika gewinnen die angehenden Physikingenieurinnen und -ingenieure Wissen und praktische Erfahrung. Der Frauenanteil unter den Studierenden beträgt übrigens, je nach Studiengang, zwischen 8 % und 62 % (Fachbereich Ingenieurwissenschaften im Mittel 22 %.)
Mikrofluidische Strukturen entwerfen und herstellen
Längst spielen diese Prozesse aber nicht nur in der Elektronik, sondern auch in anderen Technikfeldern eine große Rolle, so z. B. in der medizinischen Diagnostik, der Pharmaindustrie und der Energietechnik. Dem wird ab Sommersemester 2025 Rechnung getragen durch neue Lehrinhalte zum Thema Mikrofluidik. Frau Prof. Dr. Xiangping Li, die sich für einen vierjährigen Gastaufenthalt an der Hochschule RheinMain befindet, bietet zu diesem Thema bereits eine Vorlesung an und wird im Sommer auch die praktische Laborausbildung von Studierenden zum Thema Mikrostrukturierung erweitern. Prof. Dr. Hans-Dieter Bauer, Leiter des Labors Mikrostrukturierung, freut sich auf die Verstärkung im Team: „Frau Li wird die Studierenden anleiten, sich eigene mikrofluidische Strukturen auszudenken, sie am Computer zu entwerfen und dann im Reinraum der Hochschule selbst herzustellen. Ihre Expertise eröffnet uns neue Perspektiven in der Lehre, aber auch in der Forschung.“
Bombentest, Quantenradierer und Einzelphotonen-Interferometer
Ein anderes, ebenfalls hochinnovatives Thema wird Dr. Susanna Gallas ab April interessierten Studierenden nahebringen: Die Quantentechnologie. Was so hochwissenschaftlich klingt, hat bereits zu etlichen Anwendungen geführt: Die Quantenkryptographie hilft, digitale Informationen zu verschlüsseln, und führende HiTech-Unternehmen sind dabei, erste Quantencomputer zu realisieren. Auch in der Sensorik setzt die Quantentechnologie vielversprechende Akzente. Eine Vorlesung zu den Grundlagen der Quantentechnologie hatte Dr. Gallas bereits im Sommersemester 2024 als Wahlfach angeboten und war über den Zuspruch aus ganz verschiedenen Studiengängen überrascht. Im Sommer wird sie nun auch einen Laborkurs anbieten, in dem die Studierenden selbstständig Experimente durchführen können, deren Titel aufhorchen lassen: Bombentest, Quantenradierer und Einzelphotonen-Interferometer.
Kopfschüttelnd bezeichnete Albert Einstein vor rund 100 Jahren diesen Zweig der Physik noch als „spukhaft“…