Kurzinterview mit Prof. Dr. Julia Hamprecht

Prof. Dr. Julia Hamprecht © Andreas Schlote

Prof. Dr. Julia Hamprecht wurde zum 1. September 2024 als Professorin für Media Management mit Schwerpunkt empirische Medienforschung in den Fachbereich Design Informatik Medien der Hochschule RheinMain (HSRM) berufen. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit den Schwerpunkten Marketing und Organisation war Julia Hamprecht ab 2008 als Consultant am IfM Institut für Markenwert GmbH in Frankfurt am Main tätig. 2009 wechselte sie an den Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing der JGU. Dort beschäftigte sie sich unter anderem mit konsumentenpsychologischen Fragestellungen und quantitativen Forschungsmethoden, bevor sie 2014 zum Thema Employee Brand Identification promovierte. Im Anschluss war Julia Hamprecht zunächst als Senior Consultant und später als Senior Expert bei der Marktforschungs- und Unternehmensberatung 2HMforum GmbH in Mainz tätig, wo sie ab 2023 die Leitung des Bereichs Positionierung und Markenmanagement innehatte. 2021 übernahm sie zudem einen Lehrauftrag am Fachbereich Wiesbaden Business School der HSRM zum Thema wissenschaftliches Arbeiten.

Welcher Aspekt fasziniert Sie an Ihrer Forschung am meisten?

Was mich an meiner Forschung besonders fasziniert, ist die Freiheit, mich intensiv mit Themen auseinanderzusetzen, die mich begeistern. Besonders attraktiv finde ich dabei die psychologische Perspektive und die Möglichkeit, zu ergründen, was Menschen antreibt, wie Meinungen entstehen und welche Faktoren Verhalten beeinflussen. Gerade mit Blick auf Medien: Denn Medien tangieren uns in allen Facetten unseres Alltags und bieten als Träger von Informationen und Mittel zum Selbstausdruck oder auch als reine Freizeitbeschäftigung ein unfassbar spannendes Spektrum für die Erforschung von psychologischen Ansätzen und soziologischen Zusammenhängen.

Was macht für Sie gute Lehre aus?

Im Rahmen meiner Lehrtätigkeit ist es mir ein großes Anliegen, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern die Studierenden aktiv in den Lernprozess einzubeziehen und ihre Neugier in Bezug auf beziehungsweise ihr Interesse an den behandelten Themen zu wecken. Dabei ist mir insbesondere wichtig, die Selbstständigkeit der Studierenden zu fördern und sie auf die praktischen Anforderungen des Berufslebens vorzubereiten. Dies bedeutet, dass sie befähigt werden, Themen kritisch anzugehen und Entscheidungen unter Einbezug aller relevanten Informationen fundiert zu treffen.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Als Kind wollte ich Architektin werden. Es hat mich schon immer beeindruckt, wie Menschen von der Antike bis zur Moderne mit außergewöhnlicher Kreativität Bauten entworfen und realisiert haben. Der Wunsch, etwas Ästhetisches und Beständiges zu schaffen, sowie die Auseinandersetzung mit baulichen Herausforderungen zeugen von einer enormen Gestaltungskraft. Bis heute begeistert mich die gestalterische und künstlerische Vielfalt in den unterschiedlichen Epochen.

Wie finden Sie einen Ausgleich zur Arbeit?

Meine Familie und Freunde sind mein Ausgleich, sie geben mir Kraft und Inspiration. Zudem interessiere ich mich – neben Architektur und Psychologie – für Fotografie sowie antike Möbel und Baustoffe. Während ich der Fotografie zuletzt weniger Zeit widmen konnte, gehe ich nach wie vor gerne zu Antiquitätenhändlern – gerne auch im Ausland – auf der Suche nach besonderen Stücken und Inspiration.